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Normale Version: A-P Tank: "stehend rotieren" statt kippen?
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Hallo,



habe k?rzlich einen A-P Entwicklungstank erstanden (mit Jobo nicht 100%ig zufrieden). Beim A-P Tank ist ein Stab dabei, mit dem man die Spirale drehen kann. Mich w?rde interessieren: Kann ich mithilfe dieses Stabes den Tank w?rend der Entwicklung einfach auf dem Tisch stehen lassen und die Spirale gelegentlich (10 Sekunden pro halber Minute o.?) rotieren lassen, statt zu kippen. W?e ziemlich elegant, der Deckel m??e ?berhaupt nicht aufgesetzt werden, und so w?rde es auch nicht sabbern...

Und: aus irgendeinem Grund ist das Ding ja dabei. (oder gibts da eine Maschine von A-P mit der das erst funktioniert?)

Meine Fragen: wird der Entwickler gleichm?ig verteilt, oder muss ich bef?rchten, dass manche Stellen mehr und manche weniger entwickelt werden? Wird die Entwicklungszeit l?ger oder k?rzer? Kann sonst noch irgendwas mit dieser Methode schief laufen?

Vielen Dank f?r Eure Meinungen!

Gr??

Bernhard
Hallo Bernhard,





[quote name='"Bernhard"']Kann ich mithilfe dieses Stabes den Tank w?rend der Entwicklung einfach auf dem Tisch stehen lassen und die Spirale gelegentlich (10 Sekunden pro halber Minute o.?) rotieren lassen, statt zu kippen.[/quote]



Ja kann man! Die Gefahr ist aber gro? Streifenbildung auf den Negativen zu kriegen. Fr?her wurden Filme oft nach der sogenannten Drehmethode entwickelt - mit dem oben beschriebenen Nachteil. Manche Entwickler scheinen f?r Schlierenbildung ber?hmt gewesen zu sein.



[quote name='"Bernhard"']W?e ziemlich elegant, der Deckel m??e ?berhaupt nicht aufgesetzt werden, und so w?rde es auch nicht sabbern...[/quote]



Da w??e ich eleganteres <img src='http://forum.fotoimpex.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/rolleyes.gif' class='bbc_emoticon' alt='Smile' /> ! Wenn Du eh im Dustern enwickelst, dann hole in einem von Dir auszutestenden Rhythmus den Sprialeinsatz heraus, lasse ihn ganz wenige Sekunden abtropfen und dann zur?ck in die Dose.



Oder Du besorgst Dir eine gro? Schale, habe ich erst wieder in einer G?tnerei gesehen, und rollst Deine Dose - bei Raumlicht! - ganz gem?tlich hin und her. Den Deckel solltest Du aber aufgest?lpt haben



[quote name='"Bernhard"'](mit Jobo nicht 100%ig zufrieden).[/quote]



Das habe ich jetzt schon mehrfach geh?t - eine einfache Haushaltssch?ssel, in die Du auch noch ein Mantelbad einf?llen kannst, beendet zwar nicht das Gesabbere, aber es kann Dir dann gleichg?ltig sein.



Viele Gr?? CP
Hallo.

Der Drehstab ist nur f?r den Fixierschritt gedacht, nicht f?r die Entwicklung. Selbst da w?e er mir aber zu riskant.



Gr??

Georg
Danke f?r die Antworten!

H?te mich auch gewundert, wenn die Sache nicht irgendeinen Haken gehabt h?te... also weiter kippen, und mit gelegentlichem Kleckern abfinden (wie dicht der A-P Tank ist muss ich noch rausfinden...)



Bernhard
Hallo Bernhard,





die Jobos soll man angeblich dicht(er) kriegen, wenn man die undichten Stellen hauchfein mit Vaseline einreibt. Habe ich noch nicht ausprobiert, mich st?t das Gesabbere nicht so sehr! - Vielleicht auch, weil ich die uralten Jobo-Dosen mit Schraubdeckel noch bis vor nicht allzulanger Zeit in Gebrauch hatte: die verursachten wirklich eine rechte Sauerei.



Ansonsten nochmals: Stelle Deine Dose in so eine rechteckige Haushaltssch?ssel (oder ?nliches) und das Problem ist dann eigentlich keines mehr. Die Kippmethode hat schon so ihre Vorteile, obwohl ich fast nur noch mit einem Processor rotiere.





Viele Gr?? CP
Nein.

Grunds?zlich muss die Emulsion gleichm?sig mit aktiver Chemie umsp?lt werden. die Chemie verbraucht sich dabei und man muss f?r Abtransport und Zufuhr sorgen. Und das homogen f?r alle Bildteile. (Schlierenbildung)

Beim Kippen wird garantiert, dass die Br?he wieder gleichm?sig durchmischt ist. Dasselbe gilt auch f?r die Rotationsentwicklung, aber jetzt hat die Gravitation eine wichtige Funktion bez?glich guter Durchmischung der Br?he. Und da ist es schon nicht mehr so egal, ob die Drehachse auf einer horizontalen oder vertikalen Ebene liegt. Auch der F?llstand m?sste viel h?er sein und das hat auch Auswirkungen auf die Durchmischung.

Ein Vergleich mit einer trivialen Waschmaschine sei erlaubt. Da dreht sich die Trommel auch nur horizontal,

zumindest bei den Modellen, die ich bisher gesehen habe. Eine vertikale Anordnung der Trommel wird da wahrscheinlich zu keinem besseren Ergebnis f?hren, sondern eher schlechter funktionieren.

Den Drehstab hab ich nur nach dem Eingiessen der Chemie zwei-drei Mal ruckartig gedreht, um die grossen Luftblasen am "trockenen" Film zu beseitigen (Oberfl?henspannung). Deckel zu. Nachher gen?gt ein herzhaftes Hinstellen nach dem Kippen. um jegliche Luftblasen zu entfernen. Ist ja nicht Meissner Porzellan bei Schwiegermutter's Teeparty, sondern eher "a Mass" auf der Wiesn.....



Gruss

Hermann
Sch?ssel: Wenn ich eine Sch?ssel mit Wasser habe, tropft mir die Chemie in die Sch?ssel... Wo genau liegt der Vorteil? Ob ich den Labortisch sauber mache oder die Sch?ssel... und an den Fingern habe ich das Zeug ja trotzdem. Oder versteh' ich das irgendwie nicht (das Wasserbad an sich w?e ja gut um die Temperatur zu halten)



Rotieren: Habe auch lange rotiert (mit 'nem alten CPE), fand ich eigentlich ganz gut. ausser dass ich das Ger? samt Rollenbock jedes mal saubermachen musste, weil mir der Fixierer raustropfte (beim Entwickler hielt es meistens dicht). Habs dann aber vertickt, als Amateur entwickle ich nicht so oft, ist zwar angenehm, w?rend der Entwicklung eine Tasse kaffee trinken zu k?nen, aber daf?r das Riesen-Ding rumstehen haben... (hab nicht so viel Platz)



obwohl hier bisher noch keiner gute Erfahrungen mit der Methode kundgetan hat, habe ich mir die Sache nochmal durch den Kopf gehen lassen. denke ich werde es mal ausprobieren: (ja, ich bin ein bisschen stur)

Folgender Gedankengang:

Entwickle wie Kippentwicklung nur dass ich nicht kippe sondern drehe. also "Ilford Kipp" 10 sekunden bewegen,

(die Dose wiesenmassig aufsetzen) 50 Sekunden stehenlassen. dann l?ft die Entwicklung in 5/6 der Zeit genauso ab, als w?rde ich kippen. Also vorausgesetzt durch die Drehbewegung wird alles in etwas so gut durchmengt wie bei der Kippbewegung.

Und eigentlich sollte es alles ordentlich durchgemischt werden, wenn ich da 10 Sekunden drehe.

Wenn ich die richtige Richtung erwische dann sollte eigentlich die Spirale das Wasser vom ??ren Bereich zum inneren transportieren (dar?ber, was in der Mitte passiert, habe ich noch nicht nachgedacht). Nennen wir das mal "Schraubeffekt". Ich nehme jetzt einfach mal an, dass die Entwicklerfl?ssigkeit auf diese Art und Weise hinreichend durchmischt wird, und in der Dose ?berall vergleichbar frischer Entwickler ist. Jetzt steht das Ganze wieder 50 Sekunden



Jetzt stellen sich folgende Fragen:

-wie ausschlaggebend sind die 10 Sekunden in Bewegung im Vergleich zu den 50 Sekunden stehen? Die Entwicklung l?ft w?rend der Phase in Bewegung sicher schneller ab, aber es steht ja alles viel l?ger. Wenn ich beim Vergr?ern mal vergesse, die Entwicklerschale zu bewegen, entwickelt das ja Bild trotzdem weiter... nur ein bisschen langsamer

-wie ungleichm?ig l?ft die Entwicklung w?rend der Drehphase ab? vielleicht kommen die Streifen daher, dass gerne zu viel rotiert wird und "in die falsche Richtung" Gibt ja nur in eine Richtung einen Schraubeffekt.



kurz: habe da etwas wie "die Theorie vom Schraubeffekt bei der Drehentwicklung, der zu einer gescheiten Durchmischung des Entwicklers f?hrt" im Kopf. Ausserdem k?nte ich mir vorstellen dass gewisse Unregelm?igkeiten w?ren der bewegten Phase durch die l?gere unbewegte Phase kompensiert werden k?nen, oder besser gesagt: Ich unterstelle, dass die lange Zeit gleichm?ig verlaufender Entwicklung ausschlaggebend ist, und die relativ kurze Zeit mit vermutlich nicht ganz regelm?iger Entwicklung nur marginale Einfl?sse auf das Gesamtergebnis hat.



In meiner Theorie l?ft das gerade astrein ab... und ich habe sch?e, gleichm?ig entwickelte Negative <img src='http://forum.fotoimpex.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/wink.gif' class='bbc_emoticon' alt='Wink' /> Muss aber im Hinterkopf behalten, dass ich da ziemlich viel "denke" und "annehme"... gl?cklicherweise habe ich da noch zwei Filme rumliegen, die ich vor fast einem Jahr belichtet habe, aber bis jetzt noch nicht entwickelt habe, ... gutes Material ums mal auszuprobieren!

Berichte was dabei herauskommt...



Gr?? Bernhard
Hallo





Zitat:obwohl hier bisher noch keiner gute Erfahrungen mit der Methode kundgetan hat, habe ich mir die Sache nochmal durch den Kopf gehen lassen. denke ich werde es mal ausprobieren





Tu das!



Viele Gr?? CP
also. als mitglied russischer fotoforen und als jemand, der in russland mit den dortigen (s/w)-produkten zur "heimentwicklung" gekommen ist, kann ich dir sagen, dass sowjetische entwicklerspiralen grunds?zlich nie gekippt, sondern _immer_ nur gedreht wurden/werden. grund: die dinger haben keinen wasserdichten deckel (bzw. haben jobo & co. ja auch nicht, aber die russischen teile geben das im unterschied dazu auch nicht vor <img src='http://forum.fotoimpex.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/wink.gif' class='bbc_emoticon' alt='Wink' />... das sind so bakelit-p?te, aus denen oben am deckel die spindel rausguckt, und an der dreht man eben. und alle leute, die mit der klassischen russischen ausr?stung arbeiten, drehen eben und sch?tteln nicht.



man muss dazusagen, dass der klassische russische fotograf auch nicht mit x verschiedenen entwicklern arbeitet, sondern nur mit einem (!) standardentwickler. dieser filmentwickler nennt sich in russland "standard-2" ("standard-1" benutzt man f?r papier und urspr?nglich f?r glasplatten) und hei? im westen (zum selbermischen, f?r fanatiker wie mich) agfa/ansco-12 oder im westlichen osten orwo-12 (rezept hier: [url="http://digitaltruth.com/techdata/agfa_ansco_12.php"]http://digitaltruth.com/techdata/agfa_ansco_12.php[/url]).

zumindest mit diesem entwickler gab es bei mir nie schlieren. im prinzip ein halbwegs feink?niges, anst?diges zeug.



ich hielt schlieren (bei standentwicklung mit einigen kipps, ?brigens) immer f?r geschw?z, bis ich mit rodinal 1+100 bei 30-45 min. (KB) eines besseren belehrt wurde. das mach ich nicht mehr. obwohl das auch auf den film ankommt.



in diesem sinne.



peter.
Hallo,



wir hatten im Schulphotolabor, das ist jetzt allerdings schon rund 35 Jahre her, einen Tageslichtentwicklungstank von Agfa, bei dem der Film auch gedreht werden mu?e. Ich hatte mich, trotz Vorwarnung meines Lehrers, sehr schnell in das Ding verguckt, da unsere Duka nur abends und nachts wirklich dunkel war... Allerdings wendete ich mich von dem Teil auch sehr schnell wieder ab. Mit Neofin, meinem damals bevorzugten Entwickler, gab es n?lich auch ganz entsetzliche Streifen.



Ich gehe aber auch davon aus, da?es Entwickler gibt, die sich mit solchen Ger?en vertragen, sonst w?en diese ja nicht jahzehntelang Quasistandard gewesen - ich h?te aber wenig Lust, erst herauszufinden welche Entwickler das sind. Au?rdem sabbern meine Jobos auch nicht so sehr, da?ich mir darum einen Kopf machen mu?...



Viele Gr?? CP
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