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Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - Druckversion

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Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - Bonderer - 02-08-2014

Also meine Filme sehr oft bei Foto Feldhege in Hagen, gibt es schon seit ca. 70 Jahren und er kann was Filme angeht die Marken alle besorgen.

Papier und Chemie bei Spürsinn, Impex und Lumiere Shop. Ich habe weit gestreut wo ich mein Verbrauchsmaterial herbekomme, auch 2 mal von verschiedenen aus Norddeutschland aber war ICH nicht mit zufrieden.

Ich würde nie im Ausland so etwas kaufen weil die zahlen hier keine Steuern, beschäftigen keine Mitarbeiter die hier ins Sozialsystem einbezahlen usw. Allerdings weiß ich nicht was ich machen würde gäbe es bestimmte Dinge nur noch in zb. in GB.

Und was die Preise angeht, ich ärgere mich natürlich auch wenn bei jeder bestellung das Papier teurer wird aber was tun? Eine Digiknipse kaufen und Fotos drucken? Ein solches Teufelszeug kommt mir nicht ins Haus wo ich doch nicht mal einen Scanner mein Eigen nenne.

Da werden Zigaretten für 5-6 € gekauft und in die Luft geblasen ohne mit der Wimper zu zucken. Da wird am Wochenende der Tank des liebsten Kinds vollgemacht und durch die Gegend gefahren weil das Kind, verzeihung das Auto, muß ja mal ordentlich bewegt werden.

Da werden hohe Beträge für diese komischen DINGDING Telefone ausgegeben, die alles können und eine Klappe haben wo eine Hand raus kommt. Die Hand soll am Hintern kratzen wenns juckt. 4 Wochen nach dem Kauf sind die aber schon Elektroschrott weils ja da schon wieder was neues gibt, kratzen im 3/4 Takt. Das Verhältnis von Herstellungskosten zum Verkaufspreis ist ja gradezu eine Scheinedruckerei für Aktionäre, das ist einfach nur Gier.

Da ist es normal viel Geld zu verplempern.

Wird aber mal ein Film,Chemie oder Papier teurer geht ein Aufschrei durch die Foren, es droht der Untergang des Abendlandes.

Im Web werden von Wohnzimmerhändlern Filme zu Preisen angeboten, da streuben sich jedem Kaufmann die Haare.

Viel Umsatz über den Preis machen zu wollen ist wohl der Falsche Weg. Ein Blick auf die Preise bei TriX, da versucht ja einer den anderen zu unterbieten, freut nur die Geizheimer aber wenn gewollt ist das die Reste des Fotohandels, Fotoversands  bald AGFA sind nur weiter so.

 Wir alle wollen für die Arbeit die wir leisten, egal was wir beruflich auch immer machen eine ordentliche bezahlung. Das gleiche müssen wir auch denen zugestehen die an der Entwicklung, Herstellung oder dem Verkauf von Produkten der Analogen Fotografie beteiligt sind, nicht mehr und nicht weniger als das gleiche was auch für uns gelten soll. Wer das nicht will sollte weiter die Produkte aus China kaufen die unter Straflagerähnlichen Bedingungen gefertigt werden, Ausbeutung in seiner lukrativsten Form.

Und einem nettem Zeitgenossen der schrieb das ihm echt schlecht wird wenn er die Papierpreise sieht, alles mir schenken was er hat bevor er drauf kotzt und aufhört.

 

 




Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - bernhard.mangels@gmx.de - 02-08-2014

denke da weniger national. Wir leben immer mehr in Europa, ob jemand in Deutschland Steuern zahlt und Leute beschäftigt ist für mich nicht viel anders, als wenn jemand in Italien, Tschechien,  oder England Steuern zahlt, und Leute beschäftigt. Dann exportiert Deutschland auch genug, da kann ich beim Fotopapier, die Dienstleistung des Handels wohl auch ohne schlechtes Gewissen ins Ausland auslagern, und damit den Exportüberschuss verkleinern.

Wie das alles abläuft, und wie Preise zustande kommen, kann ich nicht wirklich einschätzen. Auch deswegen, weil Hersteller und Händler sich nicht in die Karten schauen lassen. Aus nachvollziehbaren Gründen. Von daher kann ich auch nicht einschätzen, ob die Preise, die hier verlangt werden, angemessen sind, oder ob sie einfach irgendwie zu hoch sind. Darum mache ich mir darum nicht zu viele Gedanken, und gehe ganz egoistisch an die Sache ran.

Der Handel übernimmt für mich sowas wie eine Dienstleistung. Beim Essen ist die Dienstleistung, dass Obst, Gemüse, Fleisch, Nudeln usw. vom Erzeuger geholt werden, und bei mir um die Ecke verfügbar sind, wenn ich sie brauche. Dafür darf sich der Händler natürliche eine Marge zugestehen. Der Händler kauft alles im viel größeren Stil als ich. Ich müsste mit dem Auto für 5kg Kartoffeln, Milch, Nudeln, Mandarinen sonst ziemlich weit fahren, und würde Unmengen an Benzin verbrauchen... alles käme mich fürchterlich teuer, und ich bräuchte auch ziemlich lang dafür. Der Handel macht ganze Lastwagen voll, und kann alles für einen Bruchteil der Kosten darstellen. So komme ich viel schneller und günstiger an meine Sachen UND der Handel verdient auch dabei. Beide gewinnen, und das System funktioniert gut.

Wenn jetzt der Handel bei manchen Produkten so viel aufschlagen muss, dass es für mich viel günstiger käme, direkt zum Hersteller/Großhandel zu fahren und dort direkt meine Sachen zu beziehen, dann ist der Handel eigentlich überflüssig, und ich kann die DIenstleistung selber besser darstellen. Ich schalte ja auch keinen Dienstleister ein, um mir morgens Kaffee zu kochen, wenn der Dienstleister das nicht besser, bequemer oder schneller kann, als ich selber... also wenn ich auf dem Weg zur Ubahn für den Coffee to go einen großen Umweg aufnehmen müsste, oder regelmäßig länger in der Kälte warten müsste, als ich zu Hause brauchte, um schön im Warmen den Kaffee aufzusetzen, und alles sauber zu machen, und der Coffee to go dann auch nicht besser schmecken würde, und obendrein noch teuerer wäre, warum sollte ich mir das antun? Coffee to go muss auf dem Weg liegen, schnell gehen und soll auch nicht zu teuer sein, sonst ist er überflüssig.

Beim Fotopapier: Es hat natürlich Vorteile, in Deutschland zu bestellen, der Versand ist günstiger und der Händler spricht die gleiche Sprache. Dann habe ich schon ein paar mal bestellt, und weiß, dass alles in Ordnung ist, oder ich kann mich leichter vorab darüber informieren, ob ein Händler ein schwarzes Schaf sein sollte. Von daher würde ich jetzt nicht für den Gegenwert von zwei, drei Schachteln Zigaretten oder ein paar Bier in der Kneipe anfangen, im Ausland zu bestellen. Dann ist der Versand aus dem Ausland auch noch teurer... also der Händler in Deutschland hat da einen gewissen Spielraum, den er im Vergleich zum Ausland mehr verlangen kann, und ich noch Vorteile für mich sehe, wenn ich in Deutschland bestelle.

Muss aber sagen, dass ich da bei manchen Produkten keinen VOrteil mehr sehe. Wenn ich bei einer rel. kleinen Bestellung trotz 19€ Versand aus dem Auslang deutlich mehr als die zwei, drei Schachteln Zigaretten draufzahlen muss... dann ist der deutsche Handel offensichtlich nicht in der Lage, die Dienstleistung, mir das Produkt zugänglich zu machen, so darzustellen, dass das für mich Vorteile hätte, und ich ziehe natürlich in Betracht, selber im Ausland zu bestellen.




Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - Morte - 02-08-2014

Hallo Analoger,

sehr vieles, was du schriebst, würde ich so unterschreiben.

Ich sehe das auch bei vergleichbaren Dingen im Alltag so. Beispiel: Ich habe im Moment keine Kinder, Ehefrau, senile Eltern ... zu ernähren. Meine Miete ist erstaunlicherweise immer noch günstig. Also macht es für mich im Portemonnaie keinen Unterschied, ob ich etwa den billigen Mozzarella kaufe bei Netto, der zwar weiß ist und schlabberig, wie man es erwartet, allerdings auch keinen wirklichen Geschmack hat - oder ob ich in einen anderen (Super-)Markt gehe und dort echten Büffelmozzarella kaufe. Der Unterschied beträgt da etwa einen Euro, der geschmackliche Unterschied - das sind Welten. Dieser eine Euro spielt wirklich keine Rolle.

Ebenso ist es nicht wirklich entscheidend, ob ein Film 3 Euro oder 5 Euro kostet - wenn ich nur ein bis zwei Rollen kaufe.

Bei Papier aber sieht es anders aus. Ich rede nicht von Kleinstformaten, die ich sowieso fast nie verwende. 10x15 sind was fürs Fotoalbum - und dafür mache ich keine Bilder.

Wenn allerdings eine Schachtel 30x40er Barytpapier 150 Euro kostet, dann tut das weh. Es geht mir nicht darum, dass es das nicht wert wäre. Oder dass ich nicht dafür bin, den Herstellern und ihren Mitarbeitern ihre Arbeitsplätze zu erhalten und anständig zu bezahlen. Das finde ich sogar sehr wichtig.

Aber ich habe diese 150 Euro schlicht nicht. Und kleinere Packungen sind nur für sehr wenige Sorten erhältlich. Noch größere Formate kann ich mir überhaupt nicht leisten. Was das für Ausstellungen usw. bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen. Ich habe mal eine Ausstellung gemacht mit lauter 24x30- (DIN A4)-Abzügen. Ich hatte kein schlechtes Gefühl dabei, war ich doch kurz vorher in einer großen Emil-Otto-Hoppé-Ausstellung, in der lauter Kontaktabzüge (Großformat) gezeigt wurden, und ich fand es toll.

Dennoch haben mich zahlreiche Kommentare erreicht, die sicher ganz arglos gemeint waren: Warum denn die Bilder alle so klein seien?

Das hat mich gewurmt. Ich erntete nur Erstaunen, als ich sagte, ich könne mir größeres Fotopapier nicht leisten. Die Leute denken bei einem Abzug eben an Drogeriepreise von 15 Cent. Und die Leute kennen von Ausstellungen nur noch Riesenformate. Die beeindrucken fast automatisch, ist doch klar. Ein bekannter Fotograf, ich weiß nicht mehr welcher, sagte: Viele Fotografen verstecken langweilige Bilder hinter großen Formaten. Die Qualität eines Bildes zeigt sich erst, wenn es auch als Postkarte funktioniert.

 Will sagen: Ewiger Sparzwang und Geiz an der falschen Stelle ist genauso unkaufmännisch wie das Geld zu verbrennen.

Dennoch seufze auch ich, wenn es mal wieder teurer wird. Denn dadurch werden einfach meine künstlerischen Möglichkeiten noch eingeschränkter.




Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - grommi - 02-08-2014

Danke namir und Morte für die differenzierten Darstellungen in einem gepflegten Umgangston, denen ich mich auch inhaltlich anschließe.




Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - Bonderer - 02-08-2014

Da ich in ca. 8 jahren in den Dauerurlaub, genannt Rente, gehen werde bevorzuge ich auf jeden Fall Inländische Unternehmen. Die zahlen in die Kasse ein aus der ich auch bald mein Einkommen bekomme und auch wenn ich Europa für gut befinde, weder ein Italiener oder Britischer Unternehmer oder Arbeitnehmer zahlt für meine Rente, das tun nur Deutsche Unternehmer/Arbeitnehmer. Alledings, wenn man jünger ist und so etwas noch in sehr weiter Ferne liegt wird man sicher anders darüber denken. 

Formate, ich  nur 13X18 zum verschenken und mal zeigen, 20X25  und 24X30 und seltener mal 30X40 und was Ausstellungen angeht ist nicht meins aber ein Bekannter im Hagener Museum wurde schwer gesponsort durch div. Förderer, hat Ihn also nichts gekostet und auch Ausstellungen zb. bei Sparkassen sollen recht kostenneutral sein. 

Natürlich sind 150€ für 50 Blatt nicht wenig aber in 50 Jahren noch da und nett anzuschauen. Die Frage ist immer was ist mir meine leidenschaft wert?  Und als die Kinder moch klein waren und das Einkommen niedriger habe auch ich manches nicht gekauft was ich jetzt kaufe aber da müssen alle Familienväter durch.

Übrigens habe ich auch Ausstellungen gesehen, da waren nur Kontakte in 6X6 - 6X9 aus dem Anfang 1900? und die Besucher waren sehr angetan, es geht nicht immer nur um Größe aber Hochachtung wenn man selber eine Ausstellung stemmt. ich würde das nicht machen wollen.

Die eigenen Verdienste öffentlichen anfeindungen aussetzen, da gehört schon etwas zu.

Seien wir doch ehrlich, irgendetwas wird man immer finden um solch ein Ereignis schlechtzureden und sei es nur die Größe.

Und wenn die Arbeit von Morte von einigen nur an der Größe der Bilder gemessen wurde, und weniger an der Qualität einer Fotografie, zeigt das wieder wie gering Menschen die Arbeit anderer Wertschätzen. Auch hier spüre ich die Geizistgeil Mentalität und die Nörgelheimer die, wenn nichts anderes zu finden ist sich an der Größe einer Fotografie aufgeilen. Das ist mit verlaub gesagt mehr als erbärmlich.



Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - bernhard.mangels@gmx.de - 02-08-2014

ist halt die Frage, wie viel von dem Mehrpreis, den man hier für manche Fotopapiere zahlen muss, bei der Rentenkasse ankommt. Würde wohl deutlich effektiver sein, im Ausland zu kaufen, und das gesparte Geld der Rentenkasse zu überweisen.

Mache mir beim Einkaufen nicht nur deswegen weniger Gedanken über die Rente, weil das noch ziemlich lange hin ist, sondern auch, weil meine Generation da nicht so wahnsinnig viel davon zu erwarten hat... und besser schaut, möglichst schaut, selbst was auf die Seite zu bringen. 50 Blatt Ilford 24*30cm  62€ beim Einkauf hier beim Gastgeber, 37€ im vereinigten Königreich. Zahle ich pro Schachtel etwa 20 Euro mehr, wenn ich noch ein paar andere Sachen mitbestelle. Wieviel Euro werden denn für diese eine Schachtel denn als sozialversicherungspflichtige Mitarbeitergehälter ausbezahlt werden? Es müssten 100 sein, damit die 20 Euro, die ich mehr zahlen muss, voll in der Rentenversicherung ankommen. Da der Laden von den 67€ aber nur ca. 55€ bekommt, das Fotopapier selbst auch was kostet, Ladenmiete bezahlt werden muss, Versand querfinanziert werden muss,... die GEZ nicht zu vergessen, irgendwo muss Gewinn generiert werden... halte ich es für ausgeschlossen, dass mehr als 10 Euro an Gehalt bei einem Einkauf von Fotopapier für 67 Euro für Lohnkosten aufgewendet werden (vermutlich ist es viel weniger). Würde (wirklich maximal) 2 Euro für die Rentenkasse machen. Ich sag mal, aus Solidarität mit der Rentenkasse brauche ich das nicht machen. 20 EUro sparen, davon 10 freiwillig in die Rentenkasse einzahlen, ist der Rentenkasse viel mehr geholfen, ich erwerbe Rentenansprüche und habe noch 10 Euro um mein Häuschen abzubezahlen. Könnte für die 20 Euro auch einen Handwerker 20 Minuten lang bezahlen, wovon dann immerhin 5 Euro fürs Gehalt aufgewendet werden würden, wovon die Rentenkasse dann auch immerhin 1 Euro bekommt.



Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - TiMo - 02-08-2014

Mein Geld landet da, wo ich weiss, dass es in interessante Photoprojekte fliesst.

Mein Geld landet nicht bei Herstellern, die eine Monopolstellung anstreben, sondern bei der Konkurrenz.




Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - bernhard.mangels@gmx.de - 02-09-2014

natürlich zählt nicht nur allein der Preis bei einem Produkt. Wenn ein Hersteller sich engagiert, ist das sicher ein Pluspunkt.

Interessante Fotoprojekte hat Ilford aber auch. Die haben halt schon ein Vollsortiment, von daher kommen da weniger neue Produkte auf den Markt. Und auch Ilford bekennt sich zur analogen Fotografie.

An einem Monopolisten haben wir als Verbraucher kein Interesse. Von daher ist es schön, dass es beim Papier neben Ilford noch Foma und Adox gibt. Eines der größte Probleme eines Monopolisten für die Konsumenten ist halt, dass er die Preise nach Belieben gestalten kann. Das scheint das Oligopol zumindest beim Papier hier in Deutschland aber auch ganz gut zu schaffen...

 

Natürlich würde ich es begrüßen, wenn z.B. APX 100/400 wieder auferstehen würden... wenn die dann aber 40% mehr kosten würden, als FP4 und HP5 jetzt, und letztere im deutschen Handel dann um 80% verteuert würden (Kodak und Foma sollten dabei auch nicht ganz vergessen werden), dann wäre bei mir die Freude über neue Produkte am Markt schon etwas getrübt.

 

Habe wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass ich bei einer kleinen Fotopapierbestellung von z.B. MCP in Deutschland nicht mehr (oder nicht viel mehr) zahlen muss, als wenn ich Ilford in England bestellen würde. Und Filme sind hier ja auch günstiger. Dem Kleinverbraucher von Standardmaterial wird eine ebenbürtige Alternative zu ähnlichen Konditionen bereitgestellt, was ja schonmal was ist. Mir wäre es halt lieber, wenn ich bei meiner Kaufentscheidung durch die Preisgestaltung nicht so weg von einem hin zum anderen Produkt gedrängt würde...

wie auch immer, Respekt vor der Leistung, in kurzer Zeit eine Produktion anzuleiern, und gute Produkte zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten zu können, und das in einem schrumpfenden Markt. Was den Import von Ilford Fotopapier angeht, so will ich niemandem vorschreiben, zu welchen Konditionen das dargestellt werden muss. Sehe mich halt ggf. nach alternativen Quellen um.




Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - Wolf_XL - 02-11-2014

...naja, ganz so einfach ist die Welt nun auch wieder nicht... Es ist schlicht einfach und ergreifend naiv, zu glauben, dass nur der Kauf im Inland ein guter Kauf ist... Wenn mein britischer Händler einen guten Umsatz macht, kauft er z.B. zusätzlich bei Mercedes einen neuen Sprinter, um die Ware zum Postamt zu fahren. Gerade wir als Exportweltmeister tun gut daran, unsere Nachbarn auch ein paar Euro verdienen zu lassen, damit sie von ihrem Gewinn sich Waren "Made in Germany" leisten können...




Wo kaufe ich meine Fotoverbrauchsmaterial und was gebe ich aus - Mirko Boeddecker - 02-13-2014

Zitat:Das scheint das Oligopol zumindest beim Papier hier in Deutschland aber auch ganz gut zu schaffen...

 
 

Ihr geht von völlig falschen Annahmen aus und ich glaube auch, dass man bei den Tankstellen in der aktuellen Diskussion von falschen Annahmen ausgegangen ist. Schließlich hat das Kartellamt klein beigegeben.

Die Preise sind dort gleich, weil sie das absolut unterste Ende des Darstellbaren repräsentieren. Es ist im Prinzip schon zu wenig und überleben können die Pächter nur durch den Verkauf von Kiosk-Artikeln. Am Verkauf von Benzin verlieren sie alle Geld, sind aber gezwungen diesen Wahnsinn mitzumachen, da sie sonst gar kein Benzin mehr verkaufen.

So ähnlich geht es seit über 10 Jahren auch im Fotomarkt und das ist der Grund warum es 80% der Hersteller und des Handels dahingerafft hat.

Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass man heute so ein Sortiment zu den Kosten von 1996 herstellen kann?

Die Produktion kostet heute ein vielfaches, die Preise sind aber inflationsbereinigt kaum gestiegen.

Es läuft hier seit Jahren eine Riesenparty zu Gunsten des Konsumenten bei der die Hersteller- und Handelsmargen aufgerieben worden sind.

Alle Hersteller sind wenigstens einmal durch eine faktische Insolvenz oder durch eine Insolvenz-ähnliche Sonderabschreibung gegangen.

Sie produzieren heute unter wenig nachhaltigen Bedingungen die keine Ersatz-Investitionen oder Produktentwicklungen mehr ermöglichen.

Die Handelsmargen sind meilenweit von dem entfernt was in den Hoch-Zeiten der analogen Fotografie üblich war.

Zwischen 2006 und 2010 haben die meisten Händler Verluste gemacht (wir auch).

Alle mir bekannten Marktteilnehmer sind "for sale". Wer immer Lust hat sich in diesem Markt zu betätigen: Vortreten!

Heute stehen wir alle gerade "auf der Kante". Filme werden in Deutschland nicht "günstig" sondern unter "prekären Umständen" mit faktischem Verlust angeboten.

Papier ist nicht "oligopolartig überteuert" sondern bildet das unterste dessen ab was notwendig ist um die jeweilige Distribution zu ermöglichen.

Es ist wesentlich aufwendiger eine Papiermatrix mit Größen, Oberflächen und dem Preis-Volumenverhältnis abzubilden als ein paar Filme zu handeln.

Dabei verdienen alle beteiligten deutlich weniger als vor 15 Jahren nämlich annähernd gar nichts.

Der Wettbewerb funktioniert in einem Markt mit unendlichem Überangebot bei sinkender Nachfrage und exponentiell an die Produktionsmengen gekoppelten Rüstkosten für den Konsumenten ganz hervorragend.

Aber sobald wir sehen, dass einer der Beteiligten sich traut ein wenig den Preis nach oben zu korrigieren ziehen wir natürlich nach.

Wir zittern jeden Monat den Lohnauszahlungen entgegen, seit bald 10 Jahren.

Wir passen unsere Preise nicht an um uns die Taschen vollzustopfen, sondern um den übernächsten Monat zu erleben.

 

Das Ilford Papier in England günstiger ist liegt daran, dass das Pfund eingeknickt ist und Ilford den Englischen Markt zu Vorzugskonditionen direkt beliefert. Wir müssen über einen Zwischenhändler gehen und dürfen Ilford nicht direkt kaufen.

Dabei berücksichtigen sie, dass der Engländer ja nicht mehr verdient wenn seine Währung sinkt. Das erzeugt natürlich Spannungen mit den anderen Ländern die nicht zu solchen Vorzugskonditionen beliefert werden. So lange wie Ilford diese Unterschiede will, wird es sie geben.

Wir haben gar nichts davon - im Gegenteil wir verkaufen kaum noch Ilford Papier. Günstiger kann ich es nicht anbieten, dann mache ich Verlust an jeder Packung (die dann noch verbleibende Handelsmarge deckt den Aufwand nicht). Es ist dann besser das Geschäft einzustellen und Kosten zu sparen.

Was wir aber machen könnnen ist durch ausschalten von eigentlich üblichen Zwischenhändlern über die Eigenmarken attraktiv zu sein.

Das machen wir. Statt Multigrade IV gibt es das EasyPrint und statt Warmtone FB das Variotone.

Beide Papiere müssen den Preisvergleich mit England direkt o.ä.  nicht scheuen.

 

Viele Grüße,

 

Mirko