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Effekt des Selentoners
#1
Ich moechte euch nach eurer Erfahrung mit Selentoner zur Vertiefung der Schatten fragen.

Ich verwende Selenid von Adox in der Verduennung 1+10 bei 10 Grad. Als Papier Adox MCP 310 (glaenzend) und als Entwickler Moersch Eco.

Nach ca. 30s im Toner bekomme ich einen recht dezenten Effekt. Der Abzug verliert seinen leciht grunelichen Stich und wird eventuell etwas dunkler in den Schatten. "Eventuell" deswegen, weil ich mir nicht sicher bin, ob das tatsaechlich dunkler wird oder nur durch das Wegfallen des Gruenstichs so erscheint.

Nach einer Minute ist das Bild braeunlich.



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#2
Hallo TiMo,



wird dein Papier wirklich bräunlich oder eher magentastichig? Meinen Erfahrungen (mit Fomabrom) nach lässt der Selentoner das Papier immer kühler wirken - je nach Einwirkungszeit, Verdünnung usw. Wärmer (bräunlich) wird das Papier hingegen nicht.

Ich hatte mir für Testreihen einen Nachmittag Zeit genommen und das beste Ergebnis - kaum Farbumschlag des Papiers bei Anhebung des Dmax - bekomme ich bei ca. 20 °C in der Verdünnung 1+29 bei einer Einwirkzeit von 1,5 Minuten (ständige, leichte Bewegung). Ich benutze auch den Adox-Selentoner.

Ebenfalls verschwindet der Grünstich des Papiers, welcher vorher gar nicht auffällt, alles wirkt schärfer, kontrastreicher, besser. ABER beurteile bitte einmal einenen bereits getrockneten Probestreifen mit einem trockenen selengetonten: der Unterschied wird nun wesentlich geringer sein als im nassen Zustand denn auch beim Trocknen verliert das Papier (zumindest meines) den "Grünstich", wirkt es etwas schärfer, zieht der Dmax an. Freut man sich noch im nassen Zustand über den vermeintlichen Qualitätsgewinn durch eine Selentonung, wird der Unterschied im trockenen Zustand nicht mehr so groß sein.

Ich tone meine Bilder dennoch, auch wenn der visuelle Effekt gering ist, denn selbst der 1+29-Ansatz des Adox-Selentoners hält sich über mehrere Wochen in der Flasche und die Tonung geht schnell. Vor dem Tonen bitte schonmal gut wässern, sonst gibt es lila Flecken.

A.Adams empfiehlt übrigens für die Schlusswässerung keine Temperatur über der der Selentonung, sonst würde deren Effekt wieder verschwinden (Genaueres weiß ich nicht mehr).



Generell sei aber empfohlen, für die eigene "Materialkonstellation" eigene Tests durchzuführen. Das macht Spaß und man ist dann alle Zweifel los.



Gruß, Thomas
Gruß,

Thomas
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#3
Doppelbeitrag
Gruß,

Thomas
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#4
Ich habe mal ein Bild in den ersten Beitrag eingefuegt. Ironischerweise sieht man den Unterschied im gescannten Bild staerker als in natura bei Sonne, im Schatten oder unter der Neonroehre.



Der obere Teil ist 30s, der mittlere gar nicht und unten 60s unter den in Beitrag 1 genannten Bedingungen.



Thomas, alle meine Beobachtungen beziehen sich auf den getrockneten Zustand.

Magentastich? Da ist ein leichter Magentastich, wenn die Farbe umschlaegt, aber ich empfinde ihn nicht als dominierend (im Scan sieht es staerker Magenta aus als auf dem Print).

Ich habe vor dem Tonen nie gewaessert, sondern die trockenen Bilder rein. Da gab es bisher nie Flecken.



Timgruss
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#5
Thomas, Tim,



Eure Erfahrungen entsprechen ziemlich genau dem was man erwarten sollte.

Die DMax-Optimierung f?lt je nach Papier und Entwickler auch unterschiedlich stark aus.



Selentoner ist nicht gedacht zum "Tonen". Man verwendet ihn haupts?hlich zur Bildsilberstabilisierung und eventuell zur DMax Optimierung.



Viele Gr??,



Mirko
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#6
[quote name='Mirko Boeddecker' timestamp='1329587945' post='13764']

Die DMax-Optimierung f?lt je nach Papier und Entwickler auch unterschiedlich stark aus.

[/quote]



Genau das interessiert mich.Welche Entwickler stark darauf anspringen und welche nicht so.





[quote name='Mirko Boeddecker' timestamp='1329587945' post='13764']

Selentoner ist nicht gedacht zum "Tonen". Man verwendet ihn haupts?hlich zur Bildsilberstabilisierung und eventuell zur DMax Optimierung.

[/quote]



Wobei ich finde, dass in manchen Motiven die Tonung durchaus ansprechend sein kann.
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#7
Generell sieht man bei Warmtonpapieren den Tonungseffekt st?ker als bei Neutraltonpapieren. Das Adox MCP reagiert meines Erachtens auch nicht so stark auf verschiedene Entwickler. Mit verd?nntem Neutol WA l?st es sich gerade so ein Hauch von Warmton abringen, mit Moersch SE6 bekommt es einen leicht blauschwarzen Ton. Ja k?ter der Ausgangston ist desto weniger wird sich der Selentoner bemerkbar machen.



Wenn man dennoch einen starken Farmumschlag haben m?hte kann man st?ker verd?nnten Selentoner nehmen und sehr lange tonen, dann geht der Ton tats?hlich in Richtung braun.



Interessant wird es auch wenn man einen selengetonten Abzug bleicht - dann bleibt einen r?liches Restbild stehen, das nur von dem im Toner gebildeten Silberselenid bestimmt wird.
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#8
Hallo Michael,

das MCP ist also als Neutraltonpapier einzustufen?



Wie ist es denn um die Anwendung von Selentoner beim Negativ bestellt? Ich lese eigentlich immer nur ueber dier Verwendeung bei Papier. Nur beim Adams wurde mal kurz erwaehnt, dass das auch beim Negativ angewendet wird. Ist das noch zum empfehlen oder ueberholt?
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#9
[quote name='TiMo' timestamp='1329725778' post='13774']





Wie ist es denn um die Anwendung von Selentoner beim Negativ bestellt? Ich lese eigentlich immer nur ueber dier Verwendeung bei Papier. Nur beim Adams wurde mal kurz erwaehnt, dass das auch beim Negativ angewendet wird. Ist das noch zum empfehlen oder ueberholt?

[/quote]



Selentoner hat drei Effekte:

- Der Bildton ?dert sich

- die gedeckten Stellen werden dichter

- die Haltbarkeit wird verbessert



Die letzten beiden Effekte lassen sich sinnvoll bei Negativen einsetzen: Zu flaue negative werden ein wenig h?ter, die Scahttendichte steigt allerdings nicht merklich (kein Empfindlichkeitsgewinn). Und nat?rlich eine verbesserte Haltbarkeit, geht dann gen Jahrhunderte.
Bleibt dran, am Sucher.



--Uwe
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#10
K?nte mir jemand bei der Gelegenheit ein Verd?nnungsverh?tnis empfehlen, wenn ich ein zu zartes Negativ mit Selentoner etwas zu einem h?eren Kontrast verhelfen m?hte? Ich w?rde es mit 1+9 versuchen. Oder doch konzentrierter? Kaputt machen kann man da ja nichts.



Thomas
Gruß,

Thomas
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