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Fragen eines Barytpapieranf?gers
#1
Hallo, alles zusammen!



Habe mich gerade erst angemeldet und schon ein bisschen im Forum gest?ert. Echt toll, was man hier alles f?r Infos finden kann.



Ich bin 27 und habe vor 10 Jahren das erste Mal (in der Schule) in der Dunkelkammer gestanden. Dann hat das Hobby lange geruht, bis ich mir vor 2 Jahren meine eigene Duka zugelegt habe. Ich habe schon einige Erfahrung mit PE/RC-Papieren, sowohl Festkontrast als auch Variokontrast. Jetzt m?hte ich mich gerne auch mal mit Baryt besch?tigen, weil das ja wohl - wie ich geh?t habe - doch noch mal eine ganz andere Liga ist als die PE-Papierchen. Ich habe im Momet ein Auge auf das ADOX Polywarmtom Barytpapier geworfen. Ich habe allerdings keinerlei Ahnung davon und deshalb hier ein paar Fragen.



1) Kann ich Barytpapier zumindest f?r den Anfang auch in meinem stinknormalen Ilford Multigrade o.? entwickeln oder brauche ich speziellen Barytentwickler?



2) Das Adox hat ja glaube ich keinen Entwickler eingelagert. Was bedeutet das? Muss ich das nur l?ger entwickeln oder auch l?ger belichten? Muss ich Barytpapier generell l?ger oder anders belichten als PE/RC-Papier? Wie lange muss das Papier im Entwickler liegen?



So, dass waren f?r den Anfang meine wichtigsten Fragen. Tausend Dank schonmal f?r eure Antworten und frohe Weihnachten!



Jens
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#2
Jens,



nimmst du wirklich ID-11 als Papierentwickler, das ist nicht Sinn, weder bei Polyethenplast, noch bei Baryt, das ist Negativentwickler.

Baryt kann man in jedem Papierentwickler entwickeln (nimm am besten billigsten).

Belichtung ist normalerweise laenger, als bei Plastpapier, aber nicht immer, kommt auf den Hersteller an, wenn keine Entwicklersubstanz eingelagert, dann musst du so 1-2 Minuten entwickeln,um normale richtig belichtete Papiere zu entwickeln, wenn du zu kurz belichtet hast, kannst du auch bis etwa 6 minuten drin lassen, gilt auch bei schwierige Kontrast wenn Lichter nicht gut kopierbar.

Problem ist mehr wie bekomme ich Papier so getrocknet, dass es schoen glatt wird und da gibt es verschiedene Methoden.

Willst du eigentlich Spiegelglanz auf papier, oderreicht dir normale Oberflaeche?



dir auch frohe Weihnacht'



Oleksander
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#3
Sorry, das mit dem ID-11 war eine Freud'sche Fehlleistung, weil ich heute den ganzen Tag Filme entwickelt habe... :-) ich benutze den Ilford Multigrade f?r's Papier.



Ansonsten Danke f?r die vielen Infos, ich werde mir jetzt wohl mal eine Ladung Barytpapier vom H?dler meines Vertrauens besorgen.



Jens
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#4
Hallo Jens,



Gl?ckwunsch zur Entscheidung f?r Baryt, wirst?s nicht bereuen. Wie schon gesagt wurde, Multigrade-Entw. ist v?lig in Ordnung,

empfehlen kann ich dir aber auch den Calbe N113 ( sehr billig, sehr ergiebig, super Ergebnisse ), musst du eben nur als Pulver selber

anr?hren ( geht aber einfacher als man denkt ).

Tipp: Baryt am besten kurz und mit einem hochkonzentrierten Schnellfixieren fixieren, das verk?rzt die W?serungszeit erheblich.

F?r den Anfang das Bild zum Trocknen einfach auf einer ebenen Fl?he leicht antrocknen lassen und dann noch feucht mit starkem doppelseitigem

Klebeband oder speziellem Nassklebeband auf einer Spanplatte o.? ankleben. Nach 24-48 h rausschneiden, so bekommst du plane Bilder.

An der W?cheleine wellt sich Baryt meist stark.



Unter www.schwarzweiss-magazin.de findest du viele Infos zur Barytverarbeitung.

Hier bei Fotoimpex ist unter "Daten" auch ein Artikel zu finden.



Gru? Benjamin
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#5
Hallo Jens,



viel Erfolg mit Baryt!



Zur Entwicklungszeit bei PW: Das Papier hat keinen eingelagerten Entwickler, deshalb braucht es l?ger im Entwickler. Auch nach drei Minuten kommt da immer noch was.

Die Tatsache, da?Du deutlich l?ger belichten mu? bei PW, h?gt damit zusammen, da?die Emulsion einfach unempfindlicher ist. Das hat aber mit eingelagerten Entwicklern nichts zu tun, das ist eher so wie bei Filmen, wo es 100er und eben 400er gibt. Im Vergleich zu Agfa MCP (PE-Papier) belichte ich PW etwa doppelt bis dreimal solange, je nach Charge.



Zur Trocknung: Die Klebebandmethode wurde schon beschrieben. Ich habe diese etwas modifiziert und klebe die Prints freischwebend in einen Holzrahmen, Klebeband auf die R?ckseite des Prints, Oberfl?he innen im Rahmen. So bekomme ich zwei Prints in einen Rahmen und habe absolut kein Staubproblem.

Achtung: Das Klebeband dr?ckt sich durch den Print, deshalb nur am Rand kleben. Das nervt gerade bei kleinen Formaten, weil man schon so 5-10mm f?r eine stabile Klebung ringsum braucht.

Die Alternative ist die Trocknung in der Trockenpresse. Gegen das Tuch getrocknet (Schicht zum Tuch) gibt das einen h?bschen "Mattglanz". Dabei achte darauf, da?Du Dir Zeit zum Trocknen nimmst. Die Presse nicht zum Brateisen umwidmen, etwas mehr als handwarm langt. Vor dem Entnehmen des Prints (man kann oben auf dem Tuch f?hlen, wenn er trocken ist) die presse kalt werden lassen, Print ?ber Nacht zwischen zwei schweren B?chern lagern, fertig.



F?r Hochglanz hat Friedrich Helms mal im Parallelforum eine tolle Anleitung verfa?:



Zitat:Liebe Photofreunde,



(Bei Interesse am besten aus dem Internet gehen, oder speichern und sp?er lesen, da der Text recht lange ausf?lt; Ist auch mehr f?r Anf?ger in der Hochglanztrocknung gedacht)



Perfekter Hochglanz aber wie?



Nun perfekter Hochglanz, wird wohl nur selten erreicht werden, aber sehr guter ist ohne weiteres m?lich.

Ich m?hte jetzt hier einmal alles dar?ber zusammenfassen, was ich dar?ber, seit 1950 (mein erster Versuch) lernen konnte, da mir auffiel, da?dieses Thema sehr h?fig behandelt wird und Mi?rfolg an der Tage?rdnung zu sein scheint (bei mir zuerst auch, nur da gab es noch Photohandlungen in denen man so etwas fragen konnte).



1) Pedantische Sauberkeit, die Hochglanzplatte (Hochglanzfolie meint das gleiche) mu?tadellos sauber sein, da sich im Laufe der Zeit darauf Gelatine sammelt.

2) Das letzte Bad der Photos darf nicht verunreinigt sein (Staub, Haare u.?), da es sonst zu Stippchen (kleine matte Punkte) kommen kann.



Ist die Hochglanzplatte nicht sauber (gelatinerestefrei), kleben die Photos fest, man reinige grunds?zlich in Spiritus, reicht dies nicht, mit Talkumpulver (Talkumpuder).

Man bestreue die Hochglanzplatte damit, verreibe ihn und entferne die Reste mit Wasser, gegen Kalkflecken hilft Essigreiniger.

Reicht all dies noch immer nicht, die Photos kleben also immer noch fest, so bleibt ihnen au?r Chrompolitur nichts mehr ?brig, was ich aber gar nicht mag, da die Platte dabei ganz leicht verkratzt wird, eine Alternative ist mir in diesem Fall aber nicht bekannt.

Sollten Sie diese haarfeinen Kratzer, die man kaum sieht st?en, m?ssen Sie eben eine frische Hochglanzplatte kaufen.



3) Das grundlegende Vorgehen

Man nimmt die Photos aus dem letzten Bad und legt sie tropfna?auf die Hochglanzplatte, die seit mindestens etwa 10 Minuten eingeschaltet sein sollte und quetscht sie auf.

Das Aufquetschen selbst geschieht so, kleine Photos werden einmal mit m?igem Druck mittels des Rollenquetschers angequetscht, gr?ere Photos werden aus der Mitte heraus sternf?mig unter ebenfalls m?igem Druck angequetscht.

Die Hochglanzplatte wird dabei selbstverst?dlich von der Trockenpresse genommen, wonach man Sie etwas abk?hlen l?t und erst dann die Bilder aufquetscht.

F?r besonders gute Resultate, wird die Platte zwischen jedem Aufquetschen in Spiritus gelegt um Verunreinigungen zu entfernen (mache ich aber nur selten, um es ehrlich zu sagen).

Die Trockentemperatur soll zwischen 70? und 80? betragen.

Nach dem Aufquetschen, wird die Hochglanzplatte auf die Presse gelegt und die Presse geschlossen.



4) Hilfsmittel



Es gibt im Grunde zwei M?lichkeiten, sich die Hochglanzarbeit zu vereinfachen, die man auch kombinieren kann.

Im ersten Falle, wird man ein Netzmittelbad ben?tzen, indem man sein Papier etwa 1 Minute badet und es danach auf die Hochglanzplatte aufquetscht.

Das Netzmittelbad w?rde ich mit destilliertem Wasser ansetzen, insbesondere bei kalkreichem Leitungswasserasser.

Die Ergebnisse sind meiner Meinung nach eher bescheiden, insbesondere seit Tetenal „Glanzol“ nicht mehr im Handel ist, als Ersatz vielleicht Ilford „Ilfotol“.

Zu den Ochsengallepr?araten, kann ich nichts sagen, sie d?rften aber ?nlich wirken.

Im zweiten Falle wird man die Photos vorher etwa eine Minute in Spiritus legen und Sie dann aufquetschen, dabei halbiert sich die Trockenzeit.

Diese Methode bringt meines Erachtens die besten Ergebnisse, dem steht aber der Geruch des Spiritus entgegen (keinen benutzen, der mit Benzin verg?lt wurde, das riecht man eine kleine Ewigkeit).

Man kann auch in den Spiritus noch das Netzmittel geben, ich habe aber bisher keine Vorteile sehen k?nen.

Bei beiden Methoden, sollten die Bilder nicht allzu na?in die B?er gelangen, damit sie nicht unn?ig verd?nnt werden, aber tropfna?auf die Hochglanzplatte kommen.

Formalinzusatz, ist kein Hochglanzmittel, sondern ein H?tebad und dar?ber hinaus h?hst gesundheitssch?lich, es fand beim sonst nicht Trockenpressebest?digen „Agfacolorpapier“ vor 1971 (bei allen Colorbarytpapieren, bevor sie eingestellt wurden; Kodak k?nte eine Ausnahme gewesen sein) und zur Hei?rocknung matter und strukturierter Photopapiere Anwendung.



5) Weiteres Vorgehen



Nach 10-15 Minuten (mit Spiritus 5-8 Minuten) bei kartonstarken und 5-8 (mit Spiritus 3-5 Minuten) bei papierstarken Photopapieren, wird die Presse ge?fnet, die Bilder sind jetzt abgesprungen.

Jetzt liegen die Bilder keineswegs Plan, man lege sie dazu einfach auf eine glatte m?lichst k?hle Oberfl?he, danach legen sich die Photos.

Um weiteres Planwerden zu f?dern, beschneide man sie am Rande um etwa einen Millimeter (ist aber wohl kaum n?ig, vielmehr aber zeitintensiv).



6) Probleme



Bei der Stippchenbildung, ist das letzte Bad oder die Hochglanzplatte verunreinigt gewesen, arbeiten Sie sauberer (mu?ich mir auch oft sagen), ganz lassen sie sich nicht vermeiden, es sei denn Sie wollen ihre Duka als Reinraum wie in der Mikroelektronik einrichten, wenn Sie das bezahlen m?hten.

Spa?beiseite, matte Stellen gr?eren Ausma?s entstehen durch schlechtes Anpressen der Bilder, oder durch eine ungleichm?ig heizende Trockenpresse (bei modernen und guten ?teren Ger?en sehr selten).

Sie d?rfen das nat?rlich nicht vom Amateurmodell in 18*24 aus den F?nfzigern erwarten,

obwohl es auch mit denen ganz passabel geht.

Wellige Risse im Photo nennt man Muschelbruch, sie entstehen durch zu hei?s Trocknen.

Hat man kein Thermostat an der Trockenpresse, so schaltet man sie vorher etwa 1 Minute aus (w?rend des Netzmittel- oder Spiritusbades und der Zeit, in der die Hochglanzplatte abk?hlen soll, Sie verlieren also keine Zeit), danach gibt es kaum mehr Muschelbruch.

Schlechter Hochglanz, kann auch durch falsche Tuchspannung entstehen, meist wird die aber automatisch geregelt.

Flecken auf der R?ckseite der Bilder entstehen durch ein unsauberes Tuch, da hilft meist auskochen oder eben das Tuch zu ersetzen (Verlangen Sie nach Leinenstoff).



7) Weiteres



F?r den Anfang, sollte man seine Hochglanzarbeit mit papierstarkem Papier beginnen, da auf ihnen Hochglanz leichter gelingt.

Meines Wissens, gibt es noch Forte „Bromofort“, das damit identische „UNIVERSAL B“ von Banse und Grohmann (Wernigerode/Harz) und das ?ber phototip (Kiel) erh?tliche Kentmere „Bromide“ in papierstark.

Des weiteren, um billiger zu arbeiten und mehr Erfahrung zu sammeln , da mehr Bilder m?lich, empfehle ich Ihnen, anfangs kleine Formate zu nehmen.

UNIVERSAL B ist ab 7*10 cm und Bromide ab 9*14 cm erh?tlich, Bromide gef?lt mir etwas besser, ist aber deutlich teurer.

Am besten alles, was sich f?r Hochglanz eignet, so ausarbeiten, ich benutze selbst heute daf?r noch kein PE-Papier auch in den kleinen Formaten, bei entsprechender ?ung geht das alles fast genauso schnell wie auf PE-Papier.

Sollte es sich etwas trocken und oberlehrerhaft angeh?t haben, bitte ich Sie dar?ber hinwegzusehen, aber es ist nun einmal ein solches Thema und genau sollten die Erkl?ungen doch sein?

Ich hoffe, keine Fragen offen gelassen zu haben und w?nsche Ihnen liebe Photofreunde gutes Gelingen.



Viel Erfolg



Friedrich Helms



Beste Gr??,

Franz
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#6
Baryt ist anders. Ich habe lange Zeit (DDR) ausschlie?ich damit gearbeite, gab halt nix anderes.



Der gr?te Unterschied: Baryt kann man 'qu?en'. Wenn das Bild zu wenig Licht bekommen hat, kann man es l?ger im Entwickler lassen. Solange keine gelben Schleier auftreten, wird die Dichte immer noch zunehmen. Der Kontrast aber auch. F?r St. Ansel war dies oft die einzige Methode, den Papierkontrast ?berhaupt zu beeinflussen.



Baryt w?sert extrem schwer aus im Vergleich zu PE. Eine halbe Stunde im flie?nden Wasser ist ne gute Zeit, archivsicher ist das wahrscheinlich noch nicht. Ich pers?lich emfinde es als Wasserverschwendung, st?dig mit Baryt zu arbeiten.



Hochglanz ist ne Qu?erei. Das Wort 'Stippchen' gibt es ja schon gar nicht mehr. Aber wenn du Hochglanz machts, wirst du wissen, was ich meine.
Bleibt dran, am Sucher.



--Uwe
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#7
Hallo an alle!



Tausend Dank an euch fuer eure Hilfe. Ich glaube, ich werde mich jetzt mal an Baryt ranwagen.



Nochmals danke...

...Jens
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