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Fünf Jahre alte Atomal49-Stammlösung - funktioniert noch!
#1
Ich hab' früher beim A49 immer wieder das Problem gehabt, dass er mir unberechenbar "abgeranzt" ist -  trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wie entgastes aqua dest., dickwandige, vollgefüllte PET-Flaschen etc. Der Entwickler war oft schon nach wenigen Wochen beeinträchtigt; nicht wirklich hinüber, aber doch so weit, dass es vor allem bei verdünnter Anwendung zu massiver Unterentwicklung kam. Beim Schütteln der Entwicklerflaschen waren am Boden meist ein paar schwache, trübe Schwaden sichtbar, was in mir den Verdacht auf mikrobiellen Abbau erzeugt hatte.

Im Frühjahr 2015 habe ich dann eine 5-Liter-Packung A49 angesetzt, allerdings habe ich diesesmal in jede Flasche (ca. 650 ml, PET, randvoll) einen Schnipsel unbelichteten Films (etwa 1-2 cm) getan, in der Hoffnung, dass das herausgelöste Silber eine konservierende Wirkung hat. Aufbewahrung war im Keller, dunkel, bei ca. 14°C.

Da ich dann in den letzten vier Jahren kaum zum Fotografieren und Entwickeln gekommen bin, wurde daraus ein - ungeplanter - Langzeitversuch. Als ich dann nach mehr als viereinhalb Jahren wieder über den Entwickler gestolpert bin und er noch sehr passabel aussah (keine Verfärbung, keine Schwaden), habe ich mich entschlossen, einen Versuch zu wagen. Verwendet wurde ein Rollei R80s, Entwicklung lt. Internet (1+1, 13min, wobei ich die Zeit um etwa 15-20% überzogen habe). Die resulterenden Negative (siehe Anhang) sehen sehr brauchbar aus, mit normaler Empfindlichkeitsausnutzung und (wegen leichter Überentwicklung) etwas erhöhtem Kontrast.


.jpg   A49.jpg (Größe: 76,86 KB / Downloads: 4)

Ich kann jetzt nicht bestimmen, ober der Entwickler vielleicht ein paar Prozent an Wirksamkeit eingebüßt hat, dafür bräuchte einen direkten Vergleich, aber wirklich nennenswert hat er sich in dieser Zeit offenbar nicht verändert.

Fazit: Je nach Entwicklertyp kann offenbar nicht nur Oxidation durch (bereits vorhandenen oder langsam nachdiffundierenden) Sauerstoff der große Feind der Stammlösung sein, sondern auch die Verwertung durch Mikroorganismen. Evtl. erklärt das auch die "ewige" Haltbarkeit mancher klassischer SW-Film-Tankentwickler, wie man sie früher in grossen Studios und bei Zeitungsverlagen im Dauerlauf betrieb: das sich dort zwangsläufig anreichernde Silber verhindert wirksam die bakterielle Zersetzung.

Abhängig von pH-Wert, Zusammensetzung sowie Reinheitsgrad der verwendeten Grundchemikalien (Verunreinigungen = zusätztliche Spurenelemente) ist sicher nicht jeder Enwickler gleich anfällig, und kühle Aufbewahrung (soferne sie nicht zu Ausfällungen führt) hemmt natürlich automatisch das Wachstum, wie auch alle anderen chemischen Prozesse. Bei gasdichter und dunkler Aufbewahrung scheint beim A49 langfristig aber wirklich der mikrobielle Abbau der Knackpunkt zu sein, und ein "mildes" Biozid wie ein paar Silberionen kann die Haltbarkeit massiv unterstützen.

Es wäre ganz interessant zu wissen, ob kommerzielle Flüssigentwickler auch "Konservierungsstoffe" enthalten.

Nachteil der Filschnipsel: bei einigen (es waren offenbar unterschiedliche Filmtypen) hat sich die Emulsion aufgelöst und es schwimmen dann Gelatinefitzelchen im Entwickler herum, die sich evtl. am verarbeiteten Film festsetzen könnten.
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#2
...fünf Jahre Haltbarkeit von 'ner angesetzten Stammlösung zu verlangen, ist schon eine sportliche Forderung... Und dann auch noch in PET-Flaschen - da wären Braunglasflaschen + Protectan obendrauf sicherer. Aber auch dieser Lösung würde ich keine 5 Jahre zugestehen... Ein Jahr maximal würde ich mal sagen - dann bist du auf der sicheren Seite...
Gruß

Wolf
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