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Mischbox vs. Kondensor
#1

#2
Hallo Werner,

du hast jetzt hin und her belichtet und versucht und Scanns eingestellt, die keine wirkliche Aussagekraft haben.
Ich will deine Versuche nicht niedermachen oder die Experimentierwut bremsen - nein, das will ich nicht. Ich möchte dir einfach mal ein paar Grundlagen zur Verfügung stellen.
Ich lasse mich natürlich gerne verbessern wenn ich etwas falsch gesagt habe.

Es gibt drei geläufige Vergrößerer-Typen:

- Kondensor/Doppelkondensor
- Mischbox
- Mischlicht (Kombination von Kondensor & Mischbox)

Es gibt verschiedene Lichtquellen:

- Opalleuchte
- Kaltlichtspiegel (Halogen)
- Led
- Kaltlicht (z.B. Leuchtstofflampen)

Jeder Vergrößerertyp benötigt verschieden Entwickelte Negative (ungefähre Richtwerte - eine persönliche Vorliebe der Bilddarstellung hat ebenfalls Einfluss)

Kondensor: Weiche Negative mit einem Gamma von ca. 0,55
Mischlicht: Mittlere Negative mit einem Gamma von ca. 0,60 - 0,65
Mischbox: Negative mit einem Gamma von ca. 0,70 

Um so höher der Gammawert umso länger müssen die Negative entwickelt werden (die Dichtekurve wird steiler)
Wenn der Gammawert passt, also die Entwicklung auf den Vergrößerertyp richtig angepasst ist (ebenso die Belichtung es Filmes: sprich reelle Filmempfindlichkeit - nicht Boxspeed) und ein vernünftig durchzeichneter Abzug in Gradation 2 mit vernünftiger Schattenzeichnung und gescheiten Lichtern möglich ist.

Jeder Leuchtmitteltyp erzeugt ein anders Licht, selbst ein altes Halogenleuchtmittel verlangt nach einer anderen Papiergradation als ein nagelneues Leuchtmittel.
LED verhält sich da wieder ganz anders als, Opal oder Kaltlicht. Also hier muss immer die Gradation angepasst werden.

Das Licht eines Kondesorvergrößerer hat das am besten gerichtete Licht, das auch am "Härtesten" ist und deshalb weichere Negative benötigt, die durch die kürzere Entwicklung auch eine um ca. 1/3 Blende geringere Empfindlichkeit haben. Diese Negative sind ebenfalls ideal für Nutzer von bezahlbaren "Haushaltsscannern".
Diese Vergrößerer habe die Eigenschaft Kratzer und Staub durch das gerichtete Licht stärker vortreten zu lassen, ebenso das Filmkorn (wie beim Scannen).

Der Mischboxvergrößerer wirft fast ungerichtetes, sehr weiches Licht auf das Negativ und wirkt wie ein Weichzeichner, aber die Negative müssen härter sein.

Der Mischlichtvergrößerer vereint beide Eigenschaften - ich bevorzuge z.B. einen solchen Vergrößerer.

Siehe auch: Callier Effekt

Des weiteren erzählst du von einer Entwicklung in Caffenol - eine tolle Spielerei wie ich finde - die auch eine gewisse Berechtigung hat. Leider sind die Prozesse einer Caffenol Entwicklung nicht zu 100 % wiederholbar und haben leider keine Konstante Größe. Es gibt viele Abweichungen.

Es ist einfach schwer Vergleiche zwischen mehreren Geräten zu machen, die völlig unterschiedlich arbeiten und unterschiedliches Ausgangsmaterial benötigen.
Des weiteren ist es nicht von größer Hilfe ein Negativ zu benutzen das sehr wahrscheinlich nicht optimal entwickelt ist und sich nicht für solche vergleiche heranziehen lässt.

Ideal wäre eine Testnegativ (Graustufenkeil - muss nicht geeicht sein) oder mindestens ein genau belichtetes Negativ das eine Testtafel enthält, das aber auch optimal entwickelt ist und wo die "Negativhärte" -das Gamma- bekannt ist.

Zum Thema Negativentwicklung ein Beitrag von Otto Beyer: https://www.fotografie-in-schwarz-weiss....itung.html
...er hat auch ein sehr gut verständliches Taschenbuch zum Thema veröffentlicht - Kaufen lohnt sich!

Callier Effekt: http://zonevi.dk/junk/?page_id=62



Ich möchte dich nicht entmutigen weiter zu Experimentieren, nur leider ist so kein richtiger vergleich möglich, da es einfach zu viele variablen gibt.

Liebe Grüße

Oliver
#3
Ganz ehrlich?
Es ist ziehmlich egal womit seine Negative vergrößert.
Man kann von jedem gelungenem Negativ mit jedem Vergrößerer ein Bild machen. Ob ein Bild "scharf" oder "unscharf" wird entscheidet sich bei der Aufnahme. Neben Fehlfokussierungen sorgen vor allen Dingen Verwackler für Unscharfe Bilder.
Tatsächlich gibt es, abhängig von der Lichtführung des Vergrößeres, Unterschiede in der Bildwirkung. Allerdings ist dies normalerweise  unerheblich. Ich habe jahrelang mit Kondensorgeräten vergrößert und bin dann wegen der geringeren Deckenhöhe meines neuen "Arbeitsplatzes" zu einem Mischkopf gewechselt. Macht kaum einen Unterschied. Am ehesten bei vielleicht bei Staubkörnern deren Kannten im Mischlicht etwas weicher wirken.
Kratzer und Staub stören immer, egal wie das Licht aufs Negativ kommt. Man sagt dem weicherem Mischlicht nach das Staub und Kratzer weniger stören. Das stimmt, aber weniger ist weniger und nicht, nicht. Besser sind Staub und Kratzer freie Negative.


Matthias
#4
Wink 
(03-04-2020, 02:58 PM)mattes schrieb:  Man sagt dem weicherem Mischlicht nach das Staub und Kratzer weniger stören. Das stimmt, aber weniger ist weniger und nicht, nicht. 

Matthias

Ja, die Erkenntnis habe ich auch gewonnen, aber so schön hätte ich das nicht auszudrücken vermocht! Gefällt mir sehr gut dein Satz und danke für die Aussagen.

Doch irgendwie ist die Gradationswirkung schon deutlich anders und beim Durst (Mischlicht), kann ich 1/2 bis 1 Gradation härter filtern, als beim Krokus. Wobei man die Filter auch nicht vergleichen kann Ilford vs. Farbmischkopf. Wobei ich schon auch ohne Filter getestet hatte, bei dem gleichen Papier. Hmmmm?!?!? Da war trotzdem ein deutlicher Unterschied.
. Bisher habe ich den Eindruck, dass die unterschiedlichen Wirkungen tatsächlich für "passende" Motive gut verwendet werden können, wie, so konnte ich schon lesen, es einige alte Hasen und frische wohl auch, auch tun. Also wer den Luxus von beiden Systemen hat. Nur wenn ich auf ein Gerät reduzieren wollte, wäre die Entscheidung etwas schwierig. 

Typisch Homo Konsumens mit seinen echten Lebensproblemen! :-D

Doch Du triffst den Pudels Kern auch damit, dass ein gutes Bild mit beiden Systemen ein gutes bild bleiben wird! Das kenne ich aus der Musikproduktion genauso. Da gibt es auch so viele Glaubenskriege!

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