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wenig Licht
#1
Hallo!

Ich möchte S/W-Fotos in Innenräumen bei nur wenig vorhandenem Licht machen.  Stativ oder Blitz ist nicht möglich.

Welcher Film(HP5?) ist zu empfehlen(gut zu pushen?) In welchem Entwickler wäre dieser, wie zu entwickeln? Abzüge

18x24 bei vertretbarem Korn müssten möglich sein.

Danke für Eure Erfahrung/Meinung!

Mario

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#2
ich habe viel im dunklen fotografier, leider gibt es den neopan 1600 nicht mehr, diesen wie iso 1000 Fotografiert und dann gut entwickelt in d76 zb. super!

 

Persönlich habe ich viel denn Kodak Tri-x 400 benutz kann man auf 1000 Pushen auch auf 1600 hab dann entweder x-tol benutzt 1 zu 1 oder Rodinal 1 zu 100 bis 1 zu 200

 

Nerfig lange entwicklungen aber ein sehr brauchbares ergebniss wie ich finde.

 

Aber bestimmt kommen hier noch ein paar freaks und werden dich vollends verwirren mit den verrücktesten vorschlegen. viel glück und einen schönen Gruß
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#3
Tri-X in A49 oder Rodinal. Kann man durchaus auf 1600 pushen.

 

Den Kentmere 400 habe ich mal auf 3200 gepusht mit Rodinal. Über das Ergebnis war ich erstaunt, das Korn hielt sich echt im Rahmen.

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#4
TriX in Spürsinn HCD II mit Starter ist hier der Entwickler meiner Wahl, 1600ISO, ich finds gut aber 3200 hab ich auch schon gemacht, Konzert und gutes Ergebnis.

Der neue Sam Classic kommt aber auch gut mit TriX.

TriX in Rodinal auch auf 1600ISO mache ich für einen Bekannten aber der will viel Korn und starke Kontraste. Für meinen Geschmack zu viel Korn. 

TriX oder HP5  ist schwierig, jeder hat da seine vorlieben. Überwiegend TriX aber auch mal HP5 beide Filme haben Ihre stärken und schwächen.

Das größte Problem wird sein sich zu entscheiden was man am Ende versucht, mein Rat ein-zwei Filme einfach so belichten auf 1600 und halbe oder drittel Filme entwickeln, mit verschiedenen Entwicklern/Verdünnungen um zu sehen was einem Zusagt. Damit die wichtigen Bilder am Ende so werden wie ihm das vorschwebt.

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#5
Tri-X-Pan bringt es nach meinen Praxiserfahrungen in Emofin oder Diafine auf problemlos nutzbare 1000 ASA. Die Gradation ist trotz der Empfindlichkeitssteigerung normal - mit bester Schattenzeichnung und ohne aufgesteilte Lichter, was wohl auch der besonderen Wirkungsweise von Zweistufenentwickeln zuzuschreiben ist. Das Korn ist im klassentypischen Rahmen fein und bleibt auch bei 30x40-Vergrößerungen diskret. Insgesamt voll alltagstauglich.

 

Darüber hinaus Delta 3200, wobei die "box speed" wohl eine werbliche Übertreibung ist. Ich bin ganz gut damit gefahren, ihn auf 1600 ASA zu belichten und dann im (ja eher empflichkeitsmindernden) Perceptol zu entwickeln, allerdings mit der für 3200 ASA angegebenen Zeit.  Das Korn ist trotz des Feinkornentwicklers immer noch markant, die Schärfe dagegen bemerkenswert hoch. Mehr als 1600 ASA scheint mir der Film auch in D-76/ID-11 nicht herzugeben. M.E. sind 3200er-Filme nur zu empfehlen, wenn man die Empfindlichkeit unbedingt braucht oder Korn als Gestaltungsmittel einsetzen will.

 

tepe

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#6
Mit Rodinal zum Pushen (oder überhaupt um irgendetwas höherempfindliches zu entwickeln) habe ich persönlich keine guten Erfahrungen gemacht. Andere kriegen das hin, ich irgendwie nicht.

Meine klassische Standardkombination Tri-X und D76 macht aber 800 ohne großartige Verluste, auch 1600 ist noch gut nutzbar. Sicher gibt es bessere Filme und Entwickler für so etwas, deren Anschaffung würde sich bei meinem Durchsatz aber nicht lohnen. Kentmere 400 macht auf mich einen noch etwas kornärmeren Eindruck und würde sich vielleicht sogar noch besser zum Pushen eignen. Hab ich aber noch nicht probiert.

Es versteht sich eigentlich von selbst, aber die Wahl der Objektive ist genauso wichtig. Bei wenig Licht würde ich nicht unter f/2 anfangen, eins meiner Lieblingsobjektive ist ein 50mm f/1.4.

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#7
> Rodinal zum Pushen (oder überhaupt um irgendetwas höherempfindliches zu entwickeln) habe ich persönlich keine guten Erfahrungen gemacht

 

Zum Pushen ist Rodinal schlecht geeignet. Bei Überentwicklung (und das ist ja Pushen) neigen viele Filme zum Aufteilen und grobem Korn.

 

Für hochempfindliche Filme hingegen ist er gut geeignet - wenn man behutsam entwickelt und akzeptiert, dass gegenüber Phenidon-basierten-Entwicklern 1/2 Bende Empfindlichkeit flöten geht. Dafür bekommt man eine wunderbare Schärfe, fast unerreicht.

 

> Delta 3200, wobei die "box speed" wohl eine werbliche Übertreibung

 

Das ist bekannt. Ernsthaft gemessen komemn etwa 1000 ASA heraus.

Bleibt dran, am Sucher.



--Uwe
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#8
Lieber MNossi, liebe Fotofreunde,

 

zu diesem Thema möchte ich auch meine Erfahrungen hinzufügen, denn die "available light" Sparte verfolgt mich von Jugend an. Als Schüler hatte ich kein Blitzgerät und später habe ich es nur für Farbaufnahmen benutzt. Das besondere an S/W-Bildern bei schlechtem Licht ist die außerordentlich gute geradezu ergreifende Wiedergabe der Lichtstimmung. Mit den heutigen Kameras und Filmen kann man wirklich bei jeder Kerze und in jeder Kneipe wunderbare Bilder machen. Vor 30 Jahren habe ich mich noch mit dunklen Suchern und selbsterschütternden Kameras abgeplagt. Auch die ersten AF-Geräte waren nicht besser, sie fanden den Scharfpunkt nicht oder mußten selbst leuchten. Jetzt kann man sogar mit Zoom-Objektiven (Weitwinkel+1/8 sec) arbeiten. Von Hand scharfstellen mit 1:1.4 ist aber immer noch das beste.

Der empfehlenswerte  Film dafür ist meiner Meinung nach der Neopan 400 am besten mit Microphen entwickelt. Man braucht nur die Vorschrift einhalten und erhält bei ISO 3200 fast unrealistisch gute Aufnahmen. Teilweise glaubt man nicht, daß es hier recht dunkel war. Die Aufnahmen sind sehr gut, auch die Schatten laufen nicht zu. Die Körnung ist nicht zu verleugnen aber moderat. Diese Kombination ist sehr robust. Auch gröbere Belichtungs- und Entwicklungsfehler führen nicht zum Totalverlust. Der Entwickler ist sehr haltbar, auch nach Monaten und mehreren Durchsätzen kann man es noch wagen. Für jeden Film habe ich die Entwicklungszeit anfänglich um 5 später um 10 min verlängert (500ml) und hatte nie eine Fehlentwicklung.

Leider war der Film lange nicht im Handel und jetzt ist er recht teuer. Auch den Entwickler gibt es nicht mehr in der 2,5 Liter Packung. Also habe ich ATM 49 ausprobiert. Es geht fast genausogut. Die Schatten sind dunkler, dafür ist die Körnigkeit etwas geringer. Die Entwicklungszeit wird von Fuji nicht angegeben also habe ich die Zeit für ID11 einfach um 20% verlängert und gute Ergebnisse erzielt. Nur einmal ist der Film schlecht geworden, der Entwickler war nicht frisch genug.

Als Alternative für den Neopan gibt es nur den HP5+ . Hier ist das Ergebnis fast genausogut. Etwas mehr Korn und weniger Schattenzeichnung fallen kaum auf. Aber Überentwickeln darf man nicht und ein frischer Entwickler ist immer nötig.

Es gibt noch eine Alternative mit der ich allerdings zweifelhafte Erfahrungen gemacht habe: der Delta 400 in ATM49. Die Entwicklungszeit ist vergleichbar mit Neopan. Von den 3 Filmen die ich probiert habe ist einer mißraten, einer war mittelmäßig (wie unterbelichteter Orwo) und der dritte war hervorragend und übertraf alles gewesene. Super feinkörnig, harmonische Kontraste, beste Schatten und die überbelichten Negative ließen sich auch gut kopieren. Wie gesagt bei ISO 3200 ! das von Ilford gar nicht empfohlen wird. Ich vermute, daß man nur frischen Film nehmen darf  und auch nur frischen Entwickler. Also beim nächsten Mal mache ich erst eine Testentwicklung.

 

Mit den anderen Kleinbildprodukten wie Neopan 1600 und Delta 3200 habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, die Kontraste waren einfach zu flau, die Bilder sahen nach nichts aus. Außerdem altern diese Filme schnell.

Tri-X und APX 400 erreichen nur ISO 1600 und alle anderen (ORWO, Foma und Forte) nur ISO 1000. Lediglich Tmax habe ich nicht weiter probiert. Der erste Film war zwar gut durchgezeichnet aber kraftlos.

 

Eine großen Einfluß hat auch Temperatur und Bewegung während der Entwicklung. Normalerweise will man den Schleier vermindern, hier ist der Schleier für die Schattenzeichnung aber von Vorteil. Also können hohe Temperaturen und lange Entwicklungszeiten in verdünnten Entwicklern durchaus nützlich sein. Zur Zeit mache ich Experimente mit stark verdünnten Entwicklern.

Ein erster Erfolg sa so aus: Den Neopan in 240ml Wasser + 60 ml MicrophenStammlösung über 2 Stunden bei 23 bis 26 ^C entwickelt. Das seichte Schaukeln machte das Fußsprudelbad auf kleinster Stufe.

Das Ergebnis war fast besser als mit Stammlösung. Schöner Schleier und Belichtungsreserve und etwas grobkörnig. Vermutlich wäre ISO 4200 auch möglich gewesen.

Wenn ich weitere Ergebnisse habe melde ich mich wieder.

Es gibt noch eine ideale Kamera für diesen Zweck: die ganz alte Exa mit Lichtschacht. Man stellt sie auf den Tisch und kann in größerer Entfernung (unauffällig 15 cm über dem Lichtschacht) scharfstellen, ein leises Klicken und die perfekte Aufnahme ist möglich. Belichtungsmessung und Filmwechsel sind natürlich hier die Schwachstellen.

 

Viel Erfolg!   Ulf -Benno
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#9
Ich hab mich jetzt doch entschlossen, ein paar Bildbeispiele zu bringen. Hier wird ja gerne mal mit Zahlen und Messdaten um sich geworfen, was aber ausschließlich zählt, sind die sichtbaren Ergebnisse.

 

Das erste Bild ist ein Tri-X 400 auf 3200 ASA. Der wurde im Labor entwickelt, leider weiß ich nicht mehr, in welchem, es handelt sich aber beim Entwickler auf jeden Fall entweder um A49 (Fotoimpex) oder um Kodak D76 (Jet Foto).

Auf dem Bild: JD McPherson

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Die nächsten zwei Bilder habe ich auf Rollei RPX 400 aufgenommen, der ja laut verschiedener Aussagen identisch mit dem Kentmere 400 ist bzw. war (vor ca. zwei Jahren). Eingestellte Empfindlichkeit war 3200 ASA. Da ich damals alles mit Rodinal (Adonal) gemacht habe, habe ich auch diesen Film mit dem Klassiker entwickelt. Allerdings war es Sommer und sehr warm, deshalb nutzte ich eine Entwicklungszeit von 27 min bei 22°C. Diese Zeit wäre also bei kühlerem Entwickler zu verlängern. Mischungsverhältnis Rodinal war 1+50. Keine Standentwicklung!

 

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Bei allen Bildern zu beachten ist noch, dass es sich hier um Scans vom Negativ handelt. Durch das Scannen allein wird schon das Korn verstärkt, durch das Nachschärfen wegen der scannerbedingten Unschärfe sowie das Herunterrechnen der Dateigröße wird der Effekt noch größer. Abzüge der gleichen Negative dürften also sichtbar weniger Korn bringen.

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#10
Ich hab im letzten Urlaub öfter Fotos vom Innenräumen in Kirchen gemacht. Dabei habe ich den Kodak Tmax 400 benutzt, auf 800 ASA belichtet und diesen in Atomal 1+1 entwickelt.

Die Entwicklungszeit habe ich bewusst nicht verlängert, also nicht gepusht. Die entstandenen Negative sind ein klein wenig dünner als normal aber haben genug Schattenzeichnung. Die Lichter sind sehr schön ausgeglichen.

Ich vermute, dass man ein ähnliches Ergebnis mit anderen Ausgleichsentwicklern (Xtol, D76 etc.) erzielen kann. Für mich war es wichtig zu sehen, dass ein moderner Film wie der Tmax 400 eine Blende unterbelichtung durchaus wegsteckt ohne dass man nennswerte Nachteile hat.

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