Bei der Umweltfreundlichkeit muss immer abgewogen werden. Du stellst da im Prinzip schon die richtigen Fragen.
Vorab: Auch XT-3 enthält noch eine klassissche Entwicklersubstanz, er entwickelt nicht nur mit Ascorbinsäure aber das ist schon das beste Rezept eines komerziellen Entwicklers mit sehr guter Leistung und geringstmöglichem impact. Wir könnten z.B. auch einen Entwickler herausbringen der gar keine Substanzen mehr enthält welche irgendwie giftig sind und den man (weiterverdünnt oder neutralisiert wegen ds pH Wertes) trinken könnte (wenn man das unbedingt will) aber dieser Entwickler würde sich schlecht halten und schafft nur die Hälfte der Filmempfindlichkeit. Daher liegt das Projekt noch in der Schublade. Ein vergleich zwischen HC-110 und XT-3 ist auch interessant. ADOX HC-110 “Original Syrup” hält sich, auch angebrochen, nahezu ewig. Wer sehr wenige Filme sporadisch entwickelt der würde beim XT-3 ständig schlecht gewordenen Entwickler entsorgen (müssen). Ich kann das jetzt nicht genau berechnen aber natürlich würde das irgendwann mehr Umwelteinfluss haben (wie man das eben definiert, Ressourcenverbrauch, Abbaubarkeit etc). Also ein hochkonzentrierter, lange haltbarer, Entwickler kann für jemanden wirklich die Umweltfreundlichste Wahl sein obwohl ein anderer Entwickler weniger Schadstoffe enthält. Rodinal hat zwar alle möglichen Warnungen drauf ist aber hochverdünnt im Prinzip völlig ungefährlich und müsste auch nicht mehr als Schadstoff deklariert werden. Es ist auch umweltfreundlicher den einfach wegzukippen als das ganze Wasser zur Entsorgung zu tragen aber hier beisst sich der Gesetzgeber leider in den Schwanz mangels Differenzierungswillen. Rodinal hat nur Paracetamol als Entwicklersubstanz und etwas Kalilauge und ein paar Salze. Als Konzentrrat flagged er natürlich jedes Gefahrstoffsymbol aber 1+25 oder 1+50 nicht. Man kann also auch nicht immer nach den Warnhinweisen gehen. Das Thema ist komplex und beginnt mit der Frage: Welcher Umweltaspekt ist der wichtigste?