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Rollei Retro = Agfa APX?
#1
Hallo liebes Forum,

stimmt es eigentlich wirklich, dass die Rollei Retro Filme aus Restbest?den des Agfa APX stammen?



Ich habe heute den ersten meiner Rollei Retro 400 Filme (120er, Batch 476) entwickelt. Dabei ist mir folgendes aufgefallen:



Die Agfa APXe, die ich bisher entwickelt haben (KB genau wie RF), hatten einen fast klaren, jedenfalls eindeutig hellgrauen Tr?er. Der Tr?er des Rollei ist deutlich violett. Au?rdem rollt er sich stark um die L?gsachse.



Der Rollei kommt in Ultrafin Plus bei gleicher Entwicklungszeit d?nner als der APX.



Zufall oder ein Fehler beim Entwicklen? Oder hat Rollei vielleicht 2 Quellen f?r die Filme?



Viele Gr??,

Andreas
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#2
Hallo Andreas,

...stimmt es eigentlich wirklich, dass die Rollei Retro Filme aus Restbest?den des Agfa APX stammen....



Jein. Am Anfang ja. Restbest?de wurden neu "geschnitten".

Die "neueren" Retros haben zwar die APX Emulsion, aber nicht den gleichen Tr?er. Der alte Agfa Tr?er war wirklich hellgrau, der neue Rollei Tr?er ist, wie bereits beim alten Cube 400 eher "violett-bl?lich" und , wie der alte Cube rollt er sich um die L?gsachse, da keine anti curling Beschichtung, wie sie z.B. der R3 erhalten hat, vorhanden ist.

Da hast du also vollkommen richtig beobachtet.

Was f?r mich eher erstaunlich ist (ich spreche jetzt hier vom Retro 100/Rollfilm aus praktischer Erfahrung, vermute jedoch, dass wird auch f?r den 400er zutreffen), ist die Tatsache, obwohl es doch die original Agfa Emulsion sein soll, dass sich im Gegensatz zum Original APX andere Entwicklungszeiten bei wirklich identischen Abl?fen ( habe bereits mehrmals erw?nt, das ich meine Prozesse standardisiert habe) ergeben.

Im Gegensatz zu dir musste ich meine Entwicklungszeiten beim Retro 100 sowohl mit Promicrol, als auch mit CG 512 etwas verk?rzen, um gleiche (alte) Ergebnisse zu erzielen (Gradation, Dichte etc.)

Da sie jedoch nicht "extrem" von den APX Zeiten abweichen und die Tr?erf?bung nat?rlich auch eine Rolle spielt, sowie Produktionsschwankungen, gehe ich davon aus, dass die Angaben, es handelt sich um Agfas "alte APX Emulsion" , zutreffen.



?rigens obwohl seinerzeit der Rollei R3 als Nachfolger des Cube 400 die gleiche Emulsion haben sollte und somit urspr?nglich die Entwicklungszeiten identisch sein sollten, mussten praktisch auch hier die Zeiten angepasst werden.



Das Problem der Ver?derungen im bekannten "Material" trifft jetzt leider immer h?figer zu. Kleine Beispiele: Das Kentmere Barytpapier, im M?z 2007 gekauft, muss ich jetzt um circa -0,5 Blenden, sowie um -0,6 Einheiten bei der Gradation im Splitgrade korrigieren um auf die gleichen Ergebnisse zu kommen wie beim selben Papier ( liegt circa drei Jahre zur?ck), dass ich fr?her verarbeitet habe.

Adox/Forte Polywarmton, welches ich im Januar 2007 erworben habe, musste ich jedoch um +0,3 Blenden korrigieren um auf die gleichen Ergebnisse zu kommen, wie ich sie vorher erreicht habe. Es gibt noch ein paar Beispiele mehr, auch bei Filmen. Aber ich glaube, mit dieser Tatsache m?ssen wir uns wohl abfinden, zumal wenn wir Material kaufen das nicht mehr als "Massenproduktion" daher kommt.



Viele Gr?sse

Lothar
Sieh´es mal so:

Du wirst geboren und die Welt erscheint.

Du stirbst und die Welt verschwindet.

Das ist alles.



http://www.zensusa.de
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#3
Guten Tag, mein Name ist Sebastian Junghans, ich bin im Marketing bei Rollei/Maco t?ig und m?hte gerne versuchen, auf Ihre Fragen zu antworten.



1. Stimmt es eigentlich....

Ja, es stimmt, die unter der Marke ROLLEI RETRO konfektionierten Filme, KB wie RF stammen aus der letzten Grossproduktion der Agfa im Jahr 2005.



2. Violett.

Bei dem, was Ihnen aufgefallen ist, handelt es sich um nicht g?zlich aufgel?ten Sensibilisierungsfarbstoff. Wenn ein frisches, gutes Fixierbad verwendet wurde und ausreichend gew?sert, dann kann trotzdem eine r?liche Einf?bung, die durchaus auch bei Filmen anderer Hersteller nicht unbekannt ist, vorliegen. Dies ist fotochemisch kein Nachteil. Diese Einf?bung verschwindet unter Einfluss von Tageslicht, bzw. UV-Licht r?ckstandsfrei.



3. Rollen / Curlingverhalten

Die unter Rollei Retro angebotenen Filme wurden urspr?nglich nicht f?r den Einsatz als Rollfilm vorgesehen, sondern als KB-Filme. Daher ist der grau gef?bte Triacetatfilmtr?er etwas dicker als sonst von Agfa APX-Rollfilmen gewohnt. Standard war: 100 Mikron bei RF, 135 Mikron bei KB. Das mag einen Einfluss auch auf das Planlage-Verhalten der Filme haben.



4. Planlage

Auf das Planlage-Verhalten haben jedoch auch Parameter, wie die W?serung und die Trocknung einen wichtigen Einfluss. Mit der Verwendung von spezielllen Filmentwicklern hat das erfahrungsgem?s nichts zu tun.



5. Entscheidung zur Produktion von APX-Rollfilmen

In der Abw?ung keine APX Rollfilme mehr anbieten zu k?nen oder eine vielleicht nicht ganz optimale Planlage zu akzeptieren, hatte sich Rollei/Maco dazu entschlossen, eine sehr erhebliche Menge APX Filme mit 135 Mikron durch die Fotokemika in Zagreb abpacken zu lassen.



6. Entwicklungszeiten:

Die "alten" APX-Emulsionen verlangten k?rzere Entwicklungszeiten als die "NEW"-Version die noch im Jahr 2005 durch die Agfa eingef?hrt wurde. Die Belichtungstoleranzen von "NEW" sind erheblich weiter als bei der ?teren Version. Dem hat bisher die A&Q mit der neuen Rodinal-Zeitentabelle entsprochen. Hier sind deutliche Differenzen zu erkennen. Bei der Version "NEW" handelt es sich zweifelsfrei um die erheblich verbesserte Version. Die Zeiten f?r die "NEW"-Version haben bisher noch keinen Eingang in die Entwicklungszeit-Tabellen der Tetenal gefunden.



Mit freundlichem Gruss / With kind regards



Sebastian Junghans

Marketing Manager

MACO PHOTO PRODUCTS

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Brookstieg 4

22145 Hamburg-Stapelfeld

Telefon: +49 (0) 40 23 70 08-73

Telefax: +49 (0) 40 23 70 08-488

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#4
[quote name='Sebastian Junghans' post='9460' date='11-04-07, 13:12 ']Diese Einf?bung verschwindet unter Einfluss von Tageslicht, bzw. UV-Licht r?ckstandsfrei.[/quote]



Das stimmt! Ich habe den Film 2 Tage ans Fenster gelegt und die Einf?bung ist weg!

Toll!



Andreas
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