Bild, welches ich, und das ganz ohne ein Faible für Autos zu haben, unheimlich sexy finde. Liegen tut das an dieser, ich sag mal, Farbigkeit, die dieses Bild hat: für mich (meine Augen, mein Bildschirm...) sieht's so aus, als wäre der Bildton in den Schatten und Mitten ziemlich bläulich und geht in Richtung Lichter zunehmend ins gelbliche. Hat irgendwie seinen ganz eigenen Charakter. Ohne dabei allerdings zu aufdringlich zu sein, wie's m.E. mit manch anderem getonten Bild der Fall ist. Kurz: find ich gut.
Und da ich mir die pädagogisch wertvolle Lernmethode angewandt habe, mir fertige Produkte vorzuknöpfen, die ich gut finde, rauszukriegen, wie's gemacht wurde, um die Technik sodann aufs rücksichtsloseste zu kopieren, zu imitieren, ja auszubeuten, sodass ich sie am Ende selber beherrsche und also mit ihr nach Belieben rumspielen, sie für meine niederen Zwecke nutzbar machen kann, <img src='http://forum.fotoimpex.de/public/style_emoticons/<#EMO_DIR#>/ph34r.gif' class='bbc_emoticon' alt=':P' /> ("induktiver Ansatz", wenn ich mich da richtig an meine Didaktikeinführungsvorlesung erinnere) ...wäre meine Frage nun also: wie hatter das gemacht?
Dort steht ja schon was von Lichterbleichung und Goldtonung, ganz unbedarft bin ich ja nicht, und auch von Splittonen, Antonen und Zweifachtonen habe ich schonmal ganz entfernt was gehört, konnte zu diesen Techniken aber bislang keine Infos im Netz finden, die mich so richtig zufrieden gestellt hätten. Wer also wie auch immer geartete nützliche Links zu diesem Thema hat, oder an dieser Stelle gar selber ein paar Tipps und Erfahrungen loswerden will: nur zu...
Ich würde mir gerne ein Agfa Rondinax 60 Tageslichtentwicklerdose kaufen, um auch bei Tageslicht meine Rollfilme einzuspulen.
Hat jemand Erfahrungen mit der Dose, speziell mit Rodinal? Da man mit der Rondinax wohl ähnlich einem Prozessor entwickelt, nur eben händisch dreht, habe ich Bedenken, ob ich einen Kanteneffekt erzielen werde. In der Originalanleitung ist der Rodinal in fast allen Verdünnungen aber aufgeführt.
statt Gejammer, hier mal die Dokumentation eines erfolgreichen Experiments.
Ich habe kürzlich eine Ausstellung mit Lichtkäten gemacht, und habe das Experiment gewagt, Lithprints auf dem Adox Printfilm abzuziehen. Zu meiner eigenen Überraschung hat es sehr gut funktioniert. Der Printfilm wird im Lithentwickler ziemlich steil, deswegen sollte man tendenziell mindestens 3 Blenden überbelichten mit nur wenig Bromidzusatz. Dafür ist der Film sehr anfällig auf Pfefferkorn, weswegen man reichlich Sulfid geben sollte.
Die Ausstellungsabzüge habe ich mit dem folgenden Rezept in Moersch Lith Master Set gemacht
1500 Wasser, 70 A, 70 B, 30 C, 20 D
3 Blenden überbelichten
Entwicklungszeit: 5-7 Min. in 22 Grad
Lichter rosarot, Schatten grünschwarz
Die C-Lösung (Sulfid) war schon seit einiger Zeit geöffnet, und da sie nicht sehr haltbar ist, ist davon auszugehen, dass bei frisch angebrochenem Ansatz wesentlich kleinere Mengen C reichen. Zu viel C beeinträchtigt die Lichterfarbe und die Schattentiefe
Noch kräftigeres Rosarot/Lila erhält man mit dünnerer Lösung, mehr D und 4 Blenden überbelichten, dann werden die Schatten aber sehr könig, was schade ist beim Printfilm, der sich sonst gerade durch feinst gezeichnete Details auszeichnet.
Der Printfilm gibt sehr schöne Prints, allerdings kann der rosarote Lichterton kitschig wirken. So einfach wie auf Warmtonpapier ist es allerdings nicht, und wer das selber probieren will, sollte folgendes beachten:
- Die richtige Bestimmung vom snatch point ist schwieriger als beim Fotopapier - die Prints kommen leicht zu spät = zu dicht raus.
- Die Art der Ausstellung und Beleuchtung macht sehr viel aus. Betrachtet man die Prints gegen Licht, erscheinen sie viel dünner als wenn man sie auf einer weißen oder milchigen Unterlage anschaut. Je nach dem, wie der Film ausgestellt und beleuchtet wird, müssen die Abzüge dünner oder dichter sein. Man sollte sich die Testabzüge unter Ausstellungsbedingungen anschauen, sonst gibt es böse Überraschungen. Grundsätzlich gilt: Was in Durchsicht viel zu dünn wirkt, ist auf schwach durchleuchtetem Papier gerade perfekt. Man sollte auch beachten, dass bei dichteren Prints das Rosarot der Lichter schnell dem grünschwarz der Schatten und Mitteltöne ausweicht.
- Die ideale Farbe für den Hintergrund, wenn man einen haben möchte, ist Naturweiß. Ich habe auf Extraweiß montiert, weil durchleuchtendes Papier nur in der Farbe im Fachhandel vorrängig war, aber das ist (vor allem in Verbindung mit der verwendeten Tageslichtlampe) ein bisschen kühl für den sonst eher warmen Ton der Prints.
- Printfilm reagiert extrem schnell auf Tonungen. Das heißt, dass man das grünschwarze der Schatten mittels Selentonung neutralschwarz bekommt, aber dafür werden auch die Lichter purpurblau, und das sekundenschnell. Wenn man also den ursprünglichen Lichterton erhalten will, muss man entweder mit dem grünschwarzen der Schatten leben, oder mit Tonungszeiten im Sekundenbereich experimentieren.
- Tonung empfiehlt sich folglich kaum für die Archiv-Sicherheit von Lithprints auf dem Printfilm, wenn man den ursprünglichen Lichterton erhalten will. Ich habe die Prints, die einen Monat lang am Fenster hängen werden und jeden Tag ein paar Stunden lang im Sonnenlicht sind, im Sistan gebadet (leider ist damit mein Vorrat jetzt verbraucht) und mit Tetenal Lichtschutzlack gesprayt. Letzteres hat zur Folge, dass der Film nicht mehr ganz durchsichtig ist, sondern leicht milchig wirkt. Folglich ist Lichtschutzlack nur dann zu empfehlen, wenn die Prints auf Papier, Mattscheibe o.ä. montiert werden, nicht aber für direkte Durchsicht.
Privatleute sollten derzeit besser keine Chemikalien beim Chemie-Versandhandel ordern, es könnte sonst plötzlich die Polizei mit einer Hausdurchsuchung vor der Tür stehen. Die offensichtlich völlig aus den Fugen geratene und in Sachen Chemie total ahnungslose deutsche Justiz ("Geisteswissenschaftler") verfolgt die Käfer über die Kundendateien wegen pauschalen Verdachts auf Sprengstoffherstellung, vermutlich eine noch vom ständig Terrorgefahr herbeiredenden Herrn Schily gestartete Antiterror-Panikaktion vor der Fußball-WM. Es wurden schon über 1000 (!) an Chemie interessierte Jugendliche durchsucht und bei vielen werden Anklagen vorbereitet, nur weil sie z.B. so "höchst gemeingefährliche" Substanzen wie Aceton im Versandhandel gekauft und ihre Adresse dabei hinterlassen haben, statt einfach in den nächsten Baumarkt zu latschen. Näheres hier (über 100 Seiten!):
what's your companion John doing with the Rodinal trademark right now?
Please call him back. He won't be able to keep his promises. Recipe is different and still patented, though brand might not. So call him back. You are just upon the risk to lose any confidence in your own name.